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Moosgraben
Kolumne
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An dieser Stelle
ein herzliches "Dankeschön" an Ruth (RK),
welche durch ihre
Lebensfreude, Kreativität und Inspiration
diese "Gartengedanken"
seit Jahren am Leben erhält.
(der Admin)
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Flagge
zeigen, warum nicht?
Zu keiner Zeit sieht
man in unserem Lande so oft Schwarz-Rot-Gold
wie in den Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft. Da flattern uns
landauf-landab die Nationalflaggen um die Ohren, in allen Größen und
Ausführungen und überall, wo man
eine Fahne befestigen kann.
Fenster, Autos,
Fahnenstangen sowieso, alles ist bestückt mit den Nationalfarben.
es gibt unzählige Möglichkeiten
dafür, „Flagge zu zeigen“ und sich als guter Patriot zu outen. Man
schläft in schwarz-rot-goldener Bettwäsche, nachdem man sich mit ebenso
gefärbtem Waschlappen gewaschen und ebensolchem Handtuch abgetrocknet
hat. Die Zahnbürste: Na klar, schwarz-rot-gold! Und aus der Tube kam ein
nach Minze duftender Strang Zahnpasta in . . . . . na, dreimal dürfen Sie
raten.
Und da sollen wir Gärtner
zurückstehen?????
Niemals!

Was
Fußballfans können, das können wir schon lange! Und zwar auf ganz
naturgemäße Weise und vor allem, in jedem Sommer!
Wir brauchen dazu
keinen besonderen Anlass, kein Weltsportereignis, um unsere Zugehörigkeit
zu unserem Land zu demonstrieren. Zu einem Land, das einst im Jahre 1860
einen gewissen Herrn Daniel Gottlob Moritz Schreber,
_b_372.jpg/220px-Die_Gartenlaube_(1883)_b_372.jpg)
seines Zeichens
Orthopäde in Leipzig, dazu gebracht hat, für die armen Stadtkinder eine
„Turnwiese“ einzurichten. Er hatte wohl erkannt, dass sich auch damals
schon die Kinder zu wenig in der frischen Luft bewegen wollten, obwohl es
noch kein TV und keinen PC gab.
Neben dieser
Turnwiese war noch unbebautes Land. Da wurden kleine Gärten angelegt, in
denen die Kinder Blumen und Gemüse anpflanzen sollten,
auch ein Trick, sie so viel wie möglich im Freien zu beschäftigen.

Aber wie es halt so
geht, Kinder sind erst begeistert dabei, aber dann lässt das Interesse
schnell wieder nach.
Da traten die Eltern
auf den Plan, übernahmen die vernachlässigten Beete, pflanzten und säten
und hatten dadurch ihr eigenes, gesundes Gemüse für den Kochtopf.
So entstanden die grünen
Oasen mitten in der Großstadt,
unsere
Schrebergärten!
Genannt nach
einem sehr klugen Mann, für den wir
„Garten-Fans“ gerne und in Dankbarkeit unsere
Johannisbeer-Flagge hissen!
RK im August 2010
Lieben Dank
Ruth, Merci!

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Juniblüten,
Juliblüten.
Was geben uns diese zwei Monate...
...ein wenig Stolz zurück. Außer Fußball findet
noch eine Menge an Menschlichkeit statt.
Wir brauchen deine Beiträge und deine wunderschönen
Bilder Ruth.

Sie sind eine
Augenweide. Dankeschön!!


Nun leuchten
sie wieder in unseren Gärten und erfreuen unser Auge. Was wäre der
Garten ohne sie, ohne ihre Schönheit, ohne ihren Duft.

Ein gut
gewachsener frischgrüner Salat ist auch etwas Erfreuliches, und runde
rote Radieschen machen den Gärtner stolz, und das mit Recht.
Aber die
Blumen!


Sie schmücken
und zieren auch noch die dunkelste Gartenecke mit ihrer Anmut und Pracht,
Jahr für Jahr verströmen sie ihre ganze Energie in makellosen Wuchs, Stängel
für Stängel, Blättchen für Blättchen, und erst die Blüten!

Wunderwerke
der Natur, wie der größte Künstler sie nicht schöner und reiner
gestalten könnte. Jede einzelne, ob zierlich filigran oder prächtig
erhaben, verdient unsere ganze Bewunderung und unsere Ehrfurcht vor dem
großen Schöpfer Natur.

Wir lieben
sie, unsere Blumen, und hegen und pflegen sie, denn sie lassen uns
vergessen, wie mühsam manchmal die Arbeit im Garten ist. Wenn wir in ihre
Kelche schauen und ihren wunderbaren Duft aufnehmen, ja wie könnten wir
dann noch an unseren schmerzenden Rücken denken?
Juni-Juliblüten, Sommerkinder, tummelt euch weiter in
unseren Gärten, wir danken es euch aus ganzem Herzen!
Ruth, vielen besten
Dank dafür; dich kann keiner ersetzen!
(Merci, der Admin)
RK
Im Juni 2010
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Der
Mai, der Mai . . . .
oh
mei oh mei !
Auf
gut Bayerisch gesagt. Was soviel heißen soll, dass wir über diesen
Maibeginn 2010 eigentlich nur aus tiefstem Herzen jammern können.
Alle
Tage lese ich die Pflanz- und Sä-Tipps im Gärtner-Kalender, der uns auf
dem Laufenden hält darüber, was wir gerade jetzt alles tun sollen im
Garten, damit eine gute frühe Ernte erzielt wird.
Ist
ja gut gemeint, aber mal ehrlich, wen treibt es bei Temperaturen von 5 bis
7 Grad Celsius zwischen die Beete? Und wenn es auch noch alle paar Minuten
von oben tröpfelt und der Wind unangenehm kalt in den Kragen fährt, da
verliert doch der engagierteste Hobbygärtner die Lust und zieht sich
lieber nach Hause zurück in die warme Wohnstube.
Ganz
abgesehen davon, dass man es von den Bohnen- und Erbsensamen garnicht
verlangen möchte, sich in ein so ungemütlich kaltes Erdbett zu legen und
dann auch noch seinen zarten Keim in diese unwirtliche Welt heraus zu
strecken.
Vielleicht
sind es ja nur diese Eisheiligen, die uns kalendermäßig festgelegt alle
Jahre um diese Zeit heimsuchen?.
Jedenfalls
müssen wir viel Geduld aufbringen und warten mit dem Aussäen, bis sich
die Erde genügend erwärmt hat. Aber welcher begeisterte Gartler will
denn warten, nach diesem ohnehin so langen kalten Winter und wenn es doch
so juckt im grünen Daumen?
Und
doch,...
...eigentlich ist an der ganzen Geschichte
ja auch etwas Gutes dran (wie es ja selten nur Negatives an einem Ereignis
gibt).
Das Gute ist, wir sind endlich einmal
gezwungen, uns still zu halten, nichts zu tun. Wir müssen Muße haben!
Muße
-
- - dieses Wort hat ja schon fast etwas Exotisches an sich, etwas
Unwirkliches, Irreales, garnicht mehr zu unserem Leben Gehörendes, ein
Fremdwort in unserem Sprachschatz, das kaum noch jemand zu deuten und vor
allem, anzuwenden weiß.
Und da kommt dieser Mai
daher und zwingt uns zur Muße, ob wir wollen oder nicht.
Zwingt uns einfach, die Grabgabel und
den Rechen wieder aus der Hand zu legen, obwohl uns der April schon zu so
viel schöner Gartenaktivität verlockt hatte.
Und wenn jetzt trotzdem noch jemand vom
„Wonnemonat“ Mai spricht, dem kann man nur gratulieren! Dem kann man
ehrlich bescheinigen, dass er den Wert der Muße erkannt hat, denn Mußestunden
können ganz schön wonnig sein, wenn man sie richtig zu genießen
versteht.
RK
Anfang Mai 2010
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Ein
Schneck !
Doch
ist’s kein schlimmer,
in
meinem Garten wohnt er, immer,
er
himmelt meine Blumen an
so
wie’s der Braune garnicht kann.

Der
frisst sie nur, drum muss er weg,

bleiben
darf der Keramik-Schneck.

RK
Im
April 2010
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Villa
im Grünen
an
junges Paar zu vermieten! |
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Idyllisch
gelegen in luftiger Höhe,
rustikale
Holzbauweise, dezent (unauffällig) braun gestrichen,
gemütlich
warm und garantiert regendicht,
katzensicher,
ungezieferfrei, in wurm- und fliegenreicher Gegend,
groß
genug, um 4 – 5 Kinder aufzuziehen.

Mietpreis
pro Sommer:
Ca.100
erlegte Apfelfrostspanner und Kirschfliegen,
plus
1000 Blattläuse, grün oder schwarz,
Bei
gutem Einvernehmen (gelegentl. Gesangsdarbietungen der Mieter)
Dauermietvertrag
möglich, inclusive Nahrungsmittelzuwendungen im Winter durch den
Vermieter.
RK
Im
März 2010
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Ja,
wenn das so ist . . . .
.
. . . . dann müssen wir unsere Leidenschaft fürs Gärtnern halt
vorläufig in der Wohnung austoben.
Der grüne Daumen will ja beschäftigt
werden, also kümmern wir uns einstweilen mit besonderer Hingabe
um
unsere Zimmerpflanzen.
Und
wenn sie uns dafür mit ihren schönsten Farben und interessanten
Formen erfreuen, dann helfen sie uns über die lange schlimme Zeit
der „Gartenarbeitslosigkeit“ liebevoll hinweg.

(Weihnachtsstern)


(Ordensstern)

(Ritterstern)
RK
Im Februar 2010

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An
den Schnee...
Schön
machst du sie, unsere Gärten,
legst
freundlich weiße Kissen auf alle Beete,
hältst
sie wohlig warm, wenn der Frost sie bedroht,
und
der kahle schwarze Ast da,
wie
schön er ist, weil du ihn zierst,
willkommen,
Schnee!
Auf
Wegen und Straßen fegt man dich weg,
wirst
mit Salz bestreut, mit Splitt vermengt,
zertreten,
zerfahren, schmutzig graue Masse nur noch,
unwillkommen,
lästig, niemand will dich.
Einst
wollten dich alle, vor dem Fest sagten sie es,
„weiße
Weihnacht“ - „Winterstimmung“ -
„Flockenwirbel
im Laternenschein“ -
romantisch
wollten sie es haben, alle,
und
nun?
Komm
in unsere Gärten, Schnee,
wir
lieben dich, reine Seide breitest du über den Rasen,
funkelst
wie tausend Diamanten in der Wintersonne,
ein
paar leichte Tritte von Amsel und Maus
malen
nur zarte Muster in dein Weiß, verderben nichts,
sei
uns willkommen, Schnee !
RK
Im
Januar 2010
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Friedliche
Weihnachten !

Bald
ist es wieder soweit, die Menschen in aller Welt feiern Weihnachten. Sie wünschen
sich Gesundheit, Glück und Frieden.
„Friede
den Menschen auf Erden . . . . „ tönt es herunter von den Kanzeln in
den Kirchen, klingt es in vielen Weihnachtsliedern, verspricht uns auch
der Papst.
Aber
leider sieht die Welt ganz anders aus, und das seit eh und jeh. Niemals
waren die Menschen friedlich untereinander, immer gab es für sie Anlässe
zu Streit und Krieg, angefangen in den Familien, in den Vereinen, bis hin
zu den Völkerschaften, sie mussten und müssen um irgendwas streiten und
dabei Millionen Menschenleben opfern, oft für nichts.
Oasen des Friedens . . . . ja, doch, es gibt sie trotzdem. Nicht alle Menschen sind missgünstig,
neidisch und gemein. Sie vergönnen anderen Mitmenschen ihr Glück, ihre
Erfolge und die Ernte ihrer hingebungsvollen Arbeit.
Es
sind wir, die Erdverbundenen, die Naturliebhaber, die Hobbygärtner!
Kaum
einer wirft einen scheelen Blick auf die gut geratenen Salatköpfe des
Nachbarn, warum auch? Weiß er doch nur zu gut, dass auch der Nachbar im nächsten
Jahr Pech haben kann und die Schnecken seinen Salat ratzeputz wegfressen können.
Glück und Pech liegen nahe beieinander, mal trifft es den Einen, mal den
Anderen. Lohnt es sich deshalb, neidisch und bösartig zu werden,
Unfrieden zu stiften, der die Atmosphäre vergiftet?
Freuen
wir uns auf das kommende Gartenjahr, das wir genießen wollen wie immer,
zusammen mit unseren Gartenfreunden. Freuen wir uns auf alles, was wieder
schön grünt und blüht, auf das Säen und Ernten, auf den kleinen
Plausch über die Hecke, und auch über den Maulwurf, der uns ab und zu
die Beete umgräbt. Auch er gehört zur Natur, und was machen schon fünf
oder sechs „ausgehobene“ Radieschen aus, wenn daneben noch 25 Stück
wunderbar gedeihen. Meist bauen wir ja sowieso mehr an, als wir
verbrauchen können.
Friede
also unseren lieben Gartenfreunden, der Vorstandschaft unseres
Kleingartenvereins, den Besuchern unserer Homepage, dem Administrator
derselben, und auch dem Maulwurf.

Schöne,
besinnliche Weihnachtsfesttage und alles Gute für 2010!
RK
Weihnachten 2009
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Erster
Advent
Advent
- das bedeutet Ankunft, des Christuskindes nämlich, und auf diese
Ankunft des Heilsbringers wollen wir Menschen uns freuen.
Besinnliche Stunden bei Kerzenschein und Tannenduft sollen uns einstimmen
auf das Wunder der Geburt Jesu. Im warmen Wohnzimmer sitzend, bei Glühwein
und Lebkuchen, schauen wir mit verträumten Augen zum Fenster hinaus in
die stille Winterlandschaft, und vor unserem inneren Auge türmt sich der
Schnee um die Bäume, Eiszapfen hängen an der Regenrinne beim Haus gegenüber,
und die Kinder ziehen ihre Schlitten über die Gehwege . . . . .
Schlitten?
Ruckartig
werden wir wach, starren hinaus auf die grell-sonnige Szenerie:
Skateboard
fahren die Kinder auf den blanken Gehwegen, die Bäume sind noch nicht mal
ganz entlaubt und drüben, im Straßen-Café, schlürfen einige junge
Leutchen ihren Cappucino, als wäre es mitten im Sommer.
Von
wegen Schnee und Eiszapfen und Schlitten!
Ja
wie soll man denn da in Advents-Stimmung kommen? Da helfen keine Plätzchenberge
und keine Glühweinseen, und wenn es aus dem CD-Player noch so
eindringlich tönt „Macht hoch die Tür“ - - - - so klappt
das nicht mit der Vorfreude auf die Ankunft des Christkindes.

Im
Garten blühen noch die Ringelblumen, und der wunderschöne Zierkohl, der
sonst den Farbtupfer setzt im dickverschneiten Blumenbeet, ärgert sich,
weil das viele Grün rundherum ihm die Show stiehlt. Die Pfingstrosen
treiben schon wieder, die Knospen der Johannisbeeren sind ganz prall und
wenn das Wetter nicht bald kälter wird, rüsten sich die Obstbäume zum
blühen.
Ein
sonniger Vorwinter ist ja ganz schön, man spart Heizkosten, man muss sich
nicht dick einmummeln, wenn man das Haus verlässt, manches ist schon
bequemer so. Aber wozu haben wir eigentlich die teuren neuen Winterreifen
angeschafft? Und die dick gefütterten Winterstiefel? Die möchten uns
doch endlich mal zeigen, wie gut sie wärmen beim Spaziergang durch Schnee
und Match.

Geduld!
Geduld!
Er
kommt schon noch, der ungemütliche kalte Geselle, und dann werden wir es
auch noch rechtzeitig schaffen, uns zu freuen auf das Christkind. Und im
stillen seufzen: Ach, könnte es jetzt nicht bald wieder warm werden draußen?
RK
November
09
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Herbstgarten
Der
Winter wartet schon, bald wird er’s eisig treiben,
noch
schwingen lila Astern hier und dort
am
Strauch, die Stare sind schon alle fort,
wir
müssen leider bleiben.
Still
liegt der Garten, abgeräumt und winterfest gemacht,
das
schöne bunte Laub, lang schon vom Baum geflogen,
es
liegt nicht einmal mehr am Boden,
zum
Komposthaufen wurde es gebracht.
Der
Nachbar bastelt jetzt am Futterhaus, die Spatzenschar
hat
es ja längst schon registriert,
sie
weiß, wenn’s erst mal richtig friert
gibt’s
leckere Speise, das ist klar.
Und
was tun wir in diesen stillen Tagen?
Wir
träumen unsern Frühlingstraum,
wie
alle Jahre wieder,
in
unsere Nase steigt ein Duft von weißem Flieder
und
auch von frischgebrühtem Kaffee
unterm
Blütenbaum.
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RK
Im Oktober 2009
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Goldener
September
Nun verwöhnt uns die Sonne nochmal so richtig mit
sommerlichen Temperaturen, und wir genießen es!
In den Gärten ist zwar schon manche Staude verwelkt, das
braune Laub bröselt beim Abschneiden der Stängel, vorbei ist es
mit der Blütenpracht. Das könnte einen schon ein wenig traurig
stimmen, wären da nicht unsere Sonnenblumen!
Haben sie doch das strahlende Gestirn in ihrem Namen und in
ihren leuchtenden Gesichtern. In verschwenderischer Fülle bringen
sie nochmal hellen Glanz in unsere Gärten und in unsere Herzen.
Immer wieder begeistern sie uns,
hochgewachsene stolze Schönheiten, als Einzelblume oder mit
ganzen Blütenbüscheln beherrschen sie die Szenerie.
Hummeln und Bienen haben auch ihre Freude an ihnen. Sie sind
alle eingeladen, nochmals so richtig zu schlemmen, süßen Nektar zu
tanken als Reserve für die winterliche Hungerperiode. Dass sie,
ganz nebenbei, auch für die Befruchtung sorgen, wissen sie garnicht.
Aber schon schwellen die kleinen weißen Kerne im Blütengrund, bald
werden sie braun und süß sein. Die Meisen warten schon darauf.
Auch die Herbstastern erfreuen unser Auge mit unzähligen
violetten, blauen oder weißen Blütensternen. Und auch sie haben
viele geflügelte Gäste zum Festmahl geladen, vor allem die schönen
bunten Schmetterlinge. Man kann sich garnicht satt sehen an soviel
üppiger Lebensfreude.
Und trotzdem wird es schon ruhiger in der Kleingartenanlage.
Besonders am Abend, denn es wird zeitig kühl auf der Terrasse. Da
strebt man nach getaner Arbeit doch eher nach Hause.
Es sei denn, der fleißige Gärtner macht noch einen kleinen
Abstecher in einen nahe- und vor allem geschützt liegenden
Biergarten. Vielleicht geht der Gartennachbar mit auf eine Halbe.
Die tiefstehende Abendsonne wärmt dort noch schön, die
Kastanien haben zwar ihr Laub auch schon braun gefärbt, aber noch
bildet das dichte Blätterdach eine Schutzglocke, unter der sich
angenehme Temperaturen halten. Und was macht es schon, wenn ab und
zu mal eine braunglänzende Kastanie ins Frischgezapfte plumpst, es
gibt sicher Schlimmeres.
Vielleicht werden manche Menschen im Herbst doch etwas
nachdenklicher. „Es herbstelt“, sagen sie, und ihr Blick ist ein
wenig traurig dabei. Ein kleiner Hauch von Melancholie zieht durch
ihr Herz. Das beginnende Sterben in der Natur ist ja nicht zu übersehen.
Jedoch . . . . was
uns, die Gartenfreaks, aus dieser düsteren Stimmung reißt, das ist
die reiche Ernte! Kohlköpfe in Rekordgröße, herrliche Paprika in
Rot und Grün und Gelb, in manchem Garten auch Kartoffeln und Rüben,
und Kürbisse in allen Größen und Farben! Ja sogar Auberginen und
Fenchel, südliche Gewächse, haben wir erfolgreich angebaut. Da können
einfach keine trüben Gedanken aufkommen. Für uns hat somit das
Wort „herbsteln“ eine andere, viel schönere Bedeutung.
Und wenn uns auch noch ein „Goldener Oktober“ geschenkt
werden sollte, ...
...dann hat das Wort „Melancholie“ für uns ganz
sicher keine Bedeutung!
RK
Im September 2009


Ein großes "Dankeschön"
für diesen Beitrag und diese "Wahnsinnsbilder"
an Ruth (RK). (der Admin)
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Nun ist sie
wieder da, die Zeit der Feste unter freiem Himmel. |
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Vereine
und Nachbarn, Firmen und Großfamilien - alle finden sich in
diesen Wochen irgendwo zum „festeln“ zusammen. Wo nur ein wenig Platz
ist für ein paar Biertische und Bänke, wo ein Grill vorhanden ist und
jemand, der die Kunst des Grillens beherrscht, da wird ein Fass aufgemacht
oder gleich mehrere, da geht es hoch her und es wird gefeiert, aus welchem
Anlass auch immer.
(Es
findet sich schon einer, und wenn nicht, dann denkt man sich einen aus und
schon kann’s losgehen.)
Viele
Feste finden aus Tradition statt, so auch unser alljährliches
Gartenfest im Moosgraben
Die
Vorstandschaft lud am 4.Juli 2009 ein zu Essen und Trinken und Ratschen -
- - und alle, die nicht irgendwie verhindert waren, sind der Einladung
gefolgt.
Wettermäßig
war die Sache schon ein wenig spannend, denn man konnte ja kaum annehmen,
dass es ausgerechnet an diesem Abend einmal nicht regnen sollte, nachdem
unsere Gärten in den letzten Wochen kaum einmal trocken wurden.
Aber,
oh Wunder, der Spätnachmittag war warm, sonnig, und nur ein paar verirrte
Tröpfchen aus einer kleinen Wolke verzischten auf der großen Plane,
unter der wir gemütlich im Trockenen saßen. Vielleicht hatte Petrus
seinen freien Abend und sein Vertreter hatte früher auch mal einen
Schrebergarten, wer weiß?
Es
ist immer wieder schön, zusammen zu sitzen und solch einen Abend als
Gelegenheit zu nutzen, die Gartenfreunde einmal näher kennen zu lernen.
Es ist ja auch so, dass mancher Wechsel stattfindet, plötzlich ist einer
der Nachbarn gezwungen, seinen Garten aufzugeben, ein neuer Besitzer zieht
in die Anlage ein und es dauert eine Weile, bis er bekannt und heimisch
ist unter den „Alteingesessenen“.
Zu
Anfang sieht man ihn oft nur mit einem freundlichen Gruß vorübergehen,
aber bei einem solchen Fest kann man dann wirklich seine Bekanntschaft
machen und einiges über ihn erfahren. Er wird aufgenommen in die
Gemeinschaft und das wird ihm helfen, sich das nötige Zugehörigkeitsgefühl
zu erwerben. Er wird spüren, dass hier Gleichgesinnte mit gleichen Zielen
und Leidenschaften ihrem Hobby nachgehen. Das schmiedet zusammen für die
Zukunft, und er lernt auch, dass es in einer Gemeinschaft wichtig ist, für
einander da zu sein, wenn es notwendig ist.
Denn
wer einmal in der Situation war, dass er seinen Garten nicht so betreuen
kann wie er möchte und müsste, vielleicht aus Krankheitsgründen, der
weiß was es heißt, Gartennachbarn zu haben, die ihm seine diesbezüglichen
Sorgen einfach und ohne zu zögern abnehmen: Sie gießen seine Beete, mähen
wöchentlich den Rasen und kümmern sich, als ob es ihr eigener Garten wäre.
Das ist echter Gemeinschaftssinn und um den zu fördern, ist so eine jährliche
„Sitzweil beim Vereinsheim“ unbedingt notwendig.
Deshalb
ein großes Dankeschön an die
Vorstandschaft, die Organisatoren und ihre treuen Helfer, für
diesen netten und gelungenen Abend!
RK
Im
Juli 2009
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Heute
ist Siebenschläfer
. . . .
.
. . . und wer die alte Bauernregel kennt, der weiß auch, welches Wetter
uns Gärtnern in den nächsten sieben Wochen blüht! Denn natürlich hat
es heute schon gewittert und ganz doll geregnet dabei.
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Oder
– sollte die Aussage der Meteorologen, dass sich die Wetterlage in
diesem Jahr um ca 14 Tage nach vorne verschoben hat, auch hier zur
Auswirkung kommen? Dann wären es ja nur fünf Wochen Regen.
Auch
zuviel!
Wir
hatten doch wahrlich schon genug Nässe von oben in den letzten
Wochen, es war richtig spannend, mal eine oder gar zwei trockene
Stunden für den Garten zu erwischen. |
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Immer
der Blick nach dem Himmel, kommen die Wolken leicht und weiß daher oder
grau und schwer vom Regen? Können wir es wagen, in unseren Garten zu
fahren, oder müssen wir beim Weg in unsere Parzelle schon wieder den
Schirm aufspannen?
Es
gäbe doch so viel zu tun, der Rasen wächst, dank der vielen Nässe, viel
zu schnell und die Erdbeeren müssten geerntet werden, bevor sie
verschimmeln.

Ach
ja, in solchen Zeiten hat es ein Gartenfreund nicht leicht. Vielleicht müsste
er vorübergehend in die Gartenlaube einziehen. Immer vor Ort, könnte es
ihm vielleicht gelingen, regenfreie Momente zu nutzen für alles, was
getan werden muss, soll der Garten nicht von Unkraut überwuchert werden.
Allerdings waren die Nächte zuletzt auch viel zu kühl für so ein
„Gartencamping“. Wenn er dann nachts mit den jungen Meisen im
Nistkasten um die Wette bibbern soll, dann scheint das auch keine Lösung
zu sein.
Es
hilft wiedermal nichts, wir müssen Geduld haben und warten, bis sich
Petrus, der himmlische Wettermacher, darauf besinnt, dass wir und der
Garten Sonne brauchen, und zwar länger als gerade mal eine halbe Stunde.
Aprópos
Wettermacher: Petrus, der Heilige, war schließlich Fischer, und kein Gärtner!
Der
war Nässe gewohnt. Ihm war es sicher egal, ob es von unten nass ist oder
von oben oder von überall. Irgendwie eine Fehlbesetzung für diesen
Posten, oder?
Man
hätte Herrn Schreber, nach seinem Eintritt in die himmlischen Gefilde,
mit dem Wettermachen beauftragen sollen. Ja dann ginge es uns Gartenfreaks
super und wir hätten keinen Grund mehr, solche Tage wie die „Siebenschläfer“
oder die „Eisheiligen“ zu fürchten.
Er
hätte sie sofort abgeschafft.
Aber
leider . . . . .
RK
Im
Juni 2009
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Unkraut
oder Wildkraut?
Egal,
wie man es nennen möchte, auf jeden Fall wächst es nie so lustig und üppig
und hemmungslos in den Beeten wie im
Wachsmonat Mai.
Mit
Verbissenheit und schmerzendem Rücken versuchen die Hobbygärtner alle
Jahre wieder, diesem Kraut Herr zu werden, indem sie hacken und graben und
ausstechen, was das Zeug hält, aber wie es so geht im Leben, sie schaffen
es nicht.
Haben
sie vorne die Wege und Beete sauber gejätet, schießt das Zeug hinter
ihrem Rücken schon wieder in die Höhe, blüht und setzt Samen an, um
sich tausendfach zu vermehren, und das nicht nur in ihrer Parzelle. Fleißig
fliegen die Samen auch noch zum Nachbarn hinüber, der das garnicht so
gerne hat und dann etwas schief schaut deshalb.
Unkrautvernichtungsmittel
gäbe es ja vielerlei, aber vielleicht muss dann auch manches gewollte Blümchen
in der Rabatte dran glauben, oder irgend ein liebes Tierchen frisst die
vergifteten Blätter und muss sein Leben lassen?
Ich
denke, wir Gartenfreunde müssen irgendwie ein anderes Verhältnis
anstreben zu diesen doch oft so schönen Kräutern, wie dem Giersch, der
Melde oder den Ringelblumen, die tapfer im Kompost überwintert haben und
nun frisch-fröhlich unsere Salatbeete bevölkern. Nun ja, man muss ja
nicht alle stehen lassen, aber so ein paar leuchtende Farbflecken zwischen
dem eintönigen Grün machen sich bestimmt gut.
Und
ist nicht der Sauerklee wirklich hübsch anzuschauen, mit seinen weißen
oder gelben Blüten?
Die
Taubnessel ist sehr begehrt bei den Bienen und Hummeln, die wir doch sehr
nötig haben zur Bestäubung unserer Obstbäume. Sollen wir sie ausrotten?
Manchen
Euro tragen wir in die Gärtnerei, kaufen hochgezüchtete (und dann oft
nur kurzlebige) Sommerblumen und sehen nicht mehr die natürliche Blütenpracht
der Wildkräuter, die wir ganz umsonst jedes Jahr wieder haben könnten, würden
wir sie nur schätzen!
Was
hab ich immer gekämpft mit der „Gemeinen Ackerwinde“! Wirklich gemein
und besitzergreifend umschlingt sie alles, was in ihrer Nähe wächst.
Blumen und Büsche und Bäume, einfach alles. Da gab es nur eins, ausreißen
und die Büsche von ihren Schlingarmen befreien.
Bis
ich einmal bemerkte, wie hübsch die abgeblühte Weigelie plötzlich
wieder aussieht, wenn aus ihren Zweigen die unzähligen weißen Trichterblüten
der Ackerwinde leuchten!
Seitdem
darf mein Garten eine „gezähmte Wildnis“ sein, und sein Charme wird
sicher manchen vorübergehenden Gartenfreund bezaubern, das wünsche ich
mir!
RK
Im
Mai 2009
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April
- April . . . . .
.
. . . . macht endlich was der Gärtner
will!
Endlich
sonnig warme Frühlingstage, ja man meint schon fast, im Mai zu sein, so
grün ist es um uns herum, wenn wir im Garten unsere Tulpen und Narzissen
in voller Blüte anstaunen. Gerade eben froren wir noch und sehnten uns
fast das Herz kaputt nach Wärme und Sonnenschein . . . . jetzt
leben wir wieder!
Jeden
Tag sieht uns der Garten jetzt, es hält uns nicht mehr zu Hause, wir müssen
und dürfen wieder unserer Leidenschaft frönen, in der Erde zu graben, zu
säen und zu pflanzen.
Und
diese Spannung, die uns erfasst, wenn wir mit fragender Miene vor den
Blumenbeeten und Rabatten stehen, weil sie uns Rätsel aufgeben,
Denksportaufgaben sogar:
Was
kommt denn da? Hatte
ich im Herbst da was eingesetzt? 
Den
Sonnenhut hatte ich geteilt, das weiß ich,
weil er zu groß wurde an
seinem alten Platz.
Er
sollte auch noch eine andere Rabatte schmücken, aber welche?
Und
wo ist denn die Funkie, die ich versetzt hatte,
die müsste doch auch
schon rausspitzen hier,
oder
vielleicht doch hinten bei der Forsythie?
Rätsel
über Rätsel!
Ja
ja, das kommt davon, wenn man kein ordentlicher Gärtner ist. Einem
richtigen Gartenplaner kann das nicht passieren. Er führt Buch! Er hat
seinen Plan, da sind alle Beete sauber eingezeichnet, und die darauf
stehenden Stauden und Blumen auch. Und wird im Herbst etwas umgepflanzt
oder neu hinzugefügt, dann wird das fein säuberlich eingetragen. Da
gibt’s kein Rätselraten im April, man weiß, was man wo zu erwarten hat
mit dem Austrieb.
Aber
mal ehrlich: Sollten wir uns nicht wenigstens eine Domäne erhalten für
das Ungewisse, für Überraschungen und unerwartete Freuden? Im wirklichen
Leben müssen wir uns doch an so viele Regeln und Vorschriften halten,
alles muss seine Ordnung haben, damit man seine Pflichten auch richtig erfüllt
und nirgends aneckt. Ist es da nicht viel schöner, wenn uns der Garten
eine Möglichkeit gibt, in spielerischer Weise zu experimentieren und
unserer spontanen Kreativität Raum zu geben, auch ohne Vorplanung und
ohne Aufzeichnungen danach?
Wenn
ich so meine Blumen und Stauden mal hierhin, mal dorthin versetze oder
vermehre, grade wie es mir beim Unkraut (Verzeihung:Wildkraut)jäten so in
den Sinn kommt, da vergesse ich schon mal, was ich wohin gepflanzt habe.
Na und?
Umso
spannender wird der nächste Frühling, wenn ich wieder vor den Beeten
stehe und das Rätselraten beginnt.
Und
sollte ich etwa vor lauter Kopfzerbrechen dann doch in mich gehen und mir
fest vornehmen, nächstes Mal aufzuschreiben, welch neuen Platz ich einer
Staude zugedacht habe . . . . . . ich glaube, bis zum Herbst hab ich das
wieder vergessen und alles bleibt beim Alten.
Wie
schön!
RK
Im
April 2009
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Der
März, der März . . . . .
.
. . . . der wärmt das Gärtnerherz, könnte man dichten, aber leider hat
sich der Lenzmonat in diesem Jahr noch als ziemlich geizig erwiesen mit
Zuwendungen an Sonne und Wärme.
Bisher
wehte Mörikes „blaues
Band“ noch nicht „durch
die Lüfte“, schon eher
warme Schals in allen Farben und Längen.
Aber
ganz allmählich scheint sich der Wettergott doch eines Besseren zu
besinnen.
Erste Schneeglöckchen und Krokusse blühen, die Sonne zeigte
sich in den letzten Tagen immer öfter und langsam erscheint auch auf dem
Rasen der erste grüne
Schimmer.
Es
muss doch Frühling werden!
Apropós
Rasen, ein neuer Rasenmäher müsste nun doch mal her.
Der alte hat schon
Jahrzehnte auf dem Buckel, er
rupft nur noch anstatt richtig schön zu mähen,
und seine Lautstärke ist
auch nicht
mehr angepasst.
Solch
schöne leise,
nachbar-nerven-schonende Exemplare stehen in den Gartencentern rum, rotglänzend
lackiert und mit aller neuesten Technik ausgestattet. Ja sogar
solche, denen man von der Liege aus gemütlich zuschauen kann beim mähen,
weil sie ganz alleine ihre Bahnen ziehen von Rasenkante zu Rasenkante.
Billig
sind sie gerade nicht. Ob es da wohl auch sowas
wie eine Abwrackprämie gibt? Hab zwar noch nichts davon gehört, aber man
könnte ja mal nachfragen beim Stadtgartenamt. Schließlich sollen wir
doch bei der nächsten Garteninspektion einen makellos
geschnittenen,
fast „very british“ anmutenden Rasen
vorführen.
Oder
irgendwelchen Besuchern unserer Anlage.
Das
wäre doch im allgemeinen schrebergärtnerischen Interesse, oder?
Ach,
ich glaub, das können wir vergessen.
Ein
bisschen Zeit ist ja noch bis zum ersten Schnitt. Noch ist der Boden kalt
und feucht.
Die
Amseln haben auch noch kein Glück, sie stochern und stochern, aber kein
einziger Regenwurm traute sich bis jetzt in die oberen
Rasenschichten.
Gut,
dass noch einige Futterhäuschen von barmherzigen Gartenbesitzern
beliefert werden!
Weil freiwillig würden die Amseln wohl nicht
an
einer Frühjahrs-Fasten- und Entschlackungskur teilnehmen, freiwillig
nicht!
Und
so warten wir halt - Amseln wie Gartenfreaks -
gemeinsam darauf, dass uns hoffentlich bald ein lindes Frühlingslüfterl
um
Schnabel
und Nase weht und wir uns endlich mit frohem Herzen (und nagelneuem Mäher)
im frischgrünen Rasen tummeln können,
jeder
auf seine Weise.
RK
Im
März 2009
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Es
kribbelt schon wieder!
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Die
Meisen können es nicht erwarten, kaum werden die Tage länger,
schmettern sie schon wieder ihre musikalischen Kontaktanzeigen von
Baum zu Baum. Noch klingt es etwas schüchtern, aber wir haben es
gehört!
Und
gleich sind wir alarmiert: Geht’s schon los? Will unser Garten
auf’s Neue in Besitz genommen werden, will er, dass wir Spaten
und Harke aus dem Schuppen holen und in Aktion treten mit umgraben
und Beete vorbereiten für die Frühjahrssaat?
Unser
Eifer legt sich aber spätestens dann, wenn wir bei einem Besuch
im Garten feststellen, dass er sich noch warm eingepackt unter
einer weißen Zudecke versteckt und der Weg zur Terrasse eine
nicht ganz ungefährliche Rutschpartie verspricht. Die
gelben Winterlinge und die ersten Schneeglöckchen erfreuen uns
mit ihrem Anblick, aber sie machen uns auch klar, dass ihnen der
Garten vorerst alleine gehört.
Also
gedulden wir uns noch ein Weilchen.
Es
heißt doch, die Vorfreude ist die schönste Freude. . . . .
.
. . . ja ja, aber wenn halt der grüne Daumen schon so kribbelt?
Vielleicht könnte man ja doch schon aussäen, auf der Fensterbank?
Gesagt, getan.
Und
dann sprießt und grünt es bald in den Saatschalen und die
Gurken- und die Tomatenpflänzchen wachsen und gedeihen, dass es
eine wahre Freude ist. Wir betrachten sie jeden Tag mit dem
erhebenden Gefühl des Schöpfers neuen Lebens und sehen sie mit
unserem inneren Auge bereits voll behängt mit schwerer reifer
Frucht.
Aber
was tun wir, wenn es Ende April immer noch eiskalt und unwirtlich
draußen ist, ja ab und an noch Schneeflocken vor dem Fenster
tanzen, dann kommen wir in die Bredullje, wie der Berliner sagt,
denn wir können nicht auspflanzen. Was machen wir dann mit den
wunderschönen Tomaten- stämmchen, denn das sind sie
mittlerweile, besetzt mit Blüten und ersten Früchten drücken
sie bald die Fenster- scheiben nach draußen in ihrer Gier nach
Licht und Luft.
Die
Gurken ranken schon am Rollogurt empor und bald gibt’s den
ersten Gurkensalat!
Jetzt
wird es peinlich und wir verwünschen unsere Ungeduld, denn wie es
aussieht, haben wir uns vergaloppiert.
Die
Eisheiligen sind noch fern, also was sollen wir dann mit den
wunderbaren Ergebnissen unserer Gärtnerleidenschaft anfangen?
Bevor wir es zugeben, dass wir
ein wenig zu voreilig waren, denken wir nach.
Es
gibt doch Zimmerlinden und Zimmertannen. Gibt es eigentlich auch
Zimmer-Tomaten oder Wohnungs-Gurken? Ha, das ist der Ausweg!
Sollte nämlich einer unserer
neugierigen Bekannten sich in irgendeiner auch noch so vorsichtig
geäußerten Kritik über unsere doch leicht verfrühte Gemüse-Vorzucht
ergehen, schneiden wir ihm vehement und mit allem Nachdruck das
Wort ab:
„Das
sind keine Gartengewächse, das ist Zimmer-Gemüse! Das Neueste
aus den Gartenkatalogen, der letzte Schrei sozusagen, rein Bio und
völlig unabhängig von allen Witterungsunbilden, eben gesunde
Wohnzimmer-Vitaminproduktion. Was, das kennt Ihr nicht?“
Das
ist die Rettung, denn dann werden sie staunend murmeln „das
probier ich auch“ und so oft kommen sie ja nicht zu Besuch, dass
sie die weitere Entwicklung mitkriegen.
Und
nächstes Jahr lassen wir uns Zeit mit dem Beginn der
Gartensaison, sicher.
Sicher?
RK
Im
Februar 2009 |

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Januar
Der
erste Monat ist der leiseste im Jahreszyklus.
Der
Weihnachtstrubel ist vorbei, der Christbaum liegt längst auf dem
Grünsammelplatz und Kugeln und Sterne sind wieder fein säuberlich
in Schachteln im Keller verstaut. Die ganzen hektischen
Vorbereitungen für das schönste Fest des Jahres, der
Einkaufsstress in der so genannten „staden“ Zeit -
für Nichtbayern „stillen“ Zeit - ist vergessen,
die anstrengenden Familienfeste sind vorbei, jeder zieht
sich wieder in seine eigenen Häuslichkeiten zurück, um sich zu
erholen.
Draußen
ist es sehr still, die Natur schläft auch noch unter der mehr
oder weniger dicken Schneedecke, die mit ihrer weißen samtigen Fülle
alle lauten Töne verschluckt und gnädig unsere Blumen und
Stauden warm hält.
Manchmal
ist es schon lausig kalt und bis zu den Tauwinden oder gar Frühjahrsstürmen
dauert es noch.
Im
Garten ist nichts zu tun.
Ab
und zu treibt es uns doch zu ihm, besonders wenn die Sonne uns
hinaus lockt. Dann stapfen wir ein bisschen herum, füllen die
Futterstellen für unsere Singvögel auf und entdecken vielleicht
ein paar Spuren im Schnee.
Eine
Katze war da! Hoffentlich haben die Meisen sie rechtzeitig
bemerkt
und laut gewarnt, bevor sie die Amsel im Futter- häuschen
überraschen konnte. Die sitzen ja manchmal noch in der Dämmerung
drin und kriegen nicht genug von den leckeren fettigen
Haferflocken und Nüssen und Rosinen.
Und
diese winzig kleine Spur, die sich wie eine Perlenschnur kreuz und
quer durch den Garten zieht?
Das
war ein Mäuslein, das sich auch seinen Anteil geholt hat,
Sonnenblumenkerne und Weizen vielleicht. Wollen wir es ihm vergönnen,
jetzt im Winter sind wir nachsichtig und friedlich.
Die
Zeit zum Ärgern über Wühlmausgänge und Maulwurfshügel kommt
später, im Sommer.
Wir
bleiben nicht lange, die Sonne geht schon wieder dem Horizont
entgegen. Die Zehen werden kalt und es fröstelt uns.
Was
war noch? Ach ja, ein paar knospige Forsythienzweige schneiden wir
noch ab für die Vase im warmen Wohnzimmer. In ein paar Tagen
erfreuen sie uns mit leuchtendem Sonnengelb.
Eine
blaue Hyazinthe blüht schon auf dem Fensterbrett und erfüllt die
ganze Wohnung mit ihrem betäubenden Duft. Er erinnert uns an . .
. . ja, an den Frühling, auf den wir uns schon jetzt so sehr
freuen, in diesen „staden“ Januartagen.
RK
Im
Januar 2009

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Weihnachten
- das Fest der Liebe

Schön
hört sich das an, nicht wahr?
Fest
der Liebe, so nennt man Weihnachten seit über 2000 Jahren, weil
- nach der biblischen Legende - Gott aus Liebe
zu den Menschen seinen Sohn zu ihnen sandte, um sie zur Umkehr zu
bewegen und ihnen die Augen zu öffnen für rechtes Tun und
gottgefälliges Leben.
Deshalb
wird alle Jahre wieder am 24.Dezember der Geburtstag des
Christkindes gefeiert, mit schön geschmücktem Weihnachtsbaum und
leuchtenden Kerzen und Geschenken, die man symbolisch dem kleinen
Jesuskind in der Krippe darbringt, über die wir uns aber, ganz
profan, selber herzlich freuen.
Unser
Garten liegt im Winterschlaf. Er hat uns wieder reich beschenkt
mit seinen Früchten, herrlichen Blumen und wunderbaren Stunden
der Freude und Erholung vom Alltag. Deshalb lieben wir ihn.
Liebe
in der Weihnachtszeit, wir sollen sie freigiebig austeilen.
Vor
allem in Form von Spenden.
Alle
Tage ist der Briefkasten voller Bettelbriefe, mindestens einmal
pro Woche gibt es im Fernsehen eine Benefiz-Gala und Frau Ex-Bürgermeisterin
kocht, wie alle Jahre, einen großen Kessel Kartoffelsuppe und
verkauft sie beim Christkindlmarkt, für einen guten Zweck.
Und
lieb und verständnisvoll sollen wir sein für die Nöte unserer Nächsten,
sollen fragen, wo sie der Schuh drückt, ob wir ihnen irgendwie
helfen können, damit es auch für sie ein unbeschwertes
Weihnachtsfest wird.
Aber
warum gerade jetzt, warum nicht im Sommer oder Frühling oder das
ganze Jahr über?
Weihnachten
- der Weichmacher der Seelen?
Es
ist seltsam, viele Menschen werden doch irgendwie erfasst von
dieser besonderen Strömung. Sie sind plötzlich nachsichtig, wo
sie sonst Perfektion verlangen, sind liebevoll und aufmerksam zu
ihrem Partner, ja sie schaffen es sogar manchmal, alten
Groll mit einer verzeihenden Gebärde aus der Welt zu schaffen.
Das bringt Licht in manche Familien und in die Welt.
Aber,
wie schaut es da eigentlich aus mit uns, den Schrebergärtnern in
Winterruhe?
Können
wir, bei „Oh du fröhliche...“ und „Stille Nacht ....“
voll Liebe und Verständnis an Jene denken, die uns im Sommer
eklig braun und schleimig an unserem Salat raspelnd zur
Verzweiflung gebracht haben? Können wir ihnen verzeihen? Können
wir sie lieben? Sie sind doch auch Geschöpfe Gottes und haben
genauso ein Anrecht auf Leben und Nahrung wie wir.
Oh
je, das ist ein gewaltiger Seelenstress, der uns da trifft, und ob
da der Weichmacher Weihnachten noch wirkungsvoll eingreifen kann,
bevor wir als unerbittlich grausame Tyrannen ohne Gnade der ewigen
Verdammnis überliefert werden? Eine Zwickmühle, aus der wir uns
nur schwer befreien können.
Da
hilft wahrscheinlich nur eines, an Weihnachten alle Gedanken an böses
Gartenungeziefer energisch aus unseren Köpfen zu verbannen. Geben
wir den Weihnachtsglocken eine Chance, und natürlich auch der
knusprigen Gans mit Knödeln und dem köstlichen Rotkohl, aus
unserer eigenen Ernte, versteht sich!
 |
Fröhliche
Weihnachten
allen
unseren lieben Garten-Freunden
und
ein glückliches Jahr 2009! |
 |
RK
Im
Dezember 2008

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Unser Garten
-
was bedeutet er uns
eigentlich?

Nun
ist es wieder soweit, das Jahr ist alt und kurz vor dem Gehen. Für uns
Gartenliebhaber bedeutet es, ein kleines bisschen Abschied nehmen zu müssen.
Abschied von Sommerduft und Blütenpracht, von dicken roten Radieschen und
prangend grünem Salat auf unseren Beeten. Die Büsche sind schon sehr
licht geworden, der Rasen zum letzten Mal gemäht und von den Geräten
wird höchstens noch der Laubrechen ab und an gebraucht. Das große Aufräumen
ist abgeschlossen, hier und dort trotzen noch letzte Röschen dem kalten
Novemberwind.
Nun
sind wir nur noch wenig in unserer Kleingarten- anlage anwesend, mit
hochgeschlagenem Kragen strebt man eilig dem Garten zu, um nach dem
Rechten zu sehen, die gelagerten Äpfel zu kontrollieren, und vielleicht
die ersten Futterhäuschen für die Meisen und Spatzen aufzuhängen, damit
sie rechtzeitig, wenn der erste Schnee liegt, verwöhnt werden können mit
leckerer Winterspeise.
Eine
leise Wehmut schleicht sich in unsere Herzen, und wenn da nicht auch
gleichzeitig ein Leuchten am Horizont uns ein neues, schönes und
erfolgreiches Gartenjahr versprechen würde, könnte man richtig
traurig werden.
Denn
seien wir ehrlich, wir hängen an unserer Freizeitbeschäftigung, weil sie
uns soviel gibt:
Freude,
Erholung vom Alltag, Erfolgserlebnisse und Freiheit.
Ja, Freiheit in erster Linie!
Niemand
schreibt uns vor, wie wir unser kleines Fleckchen Natur zu
gestalten haben (von ein paar Regeln des Stadtgartenamtes
abgesehen), niemand sagt „auf dieses Beet musst du Kohlrabi pflanzen“
oder „hier musst du Kohl anbauen“ . Jeder kann kreativ garteln wie er
will, wie es ihn freut und wie es ihm passt, ohne Einschränkung.
Wann
und wo im Leben gelingt es denn, seinen Ideen und Vorstellungen so freien
Lauf zu lassen wie im eigenen Garten? Wohl nirgends, außer man ist als
freischaffender Künstler tätig, als Maler oder Bildhauer vielleicht. Und
selbst die richten sich letztendlich oft nach dem Geschmack ihrer
potentiellen Käufer, weil sie davon leben müssen.
Wir
müssen garnichts! Wir müssen uns nicht verbiegen oder anpassen, wir
pflanzen unseren Kohl dahin, wo er nach unserer Ansicht groß und dick und
wunderbar wird, basta!
Und
mit diesen tröstlichen Gedanken verabschieden wir das alte Gartenjahr und
freuen uns mit ganzer Seele auf das kommende, das in dieser manchmal nicht
so schönen Welt ganz sicher wieder einen großen Korb voller Glückseligkeit
für uns bereit halten wird.
RK
Im
November 2008
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Den
Sommer hab ich eingefangen...
Festhalten
wollt ich diese Pracht
Bin
durch mein Gärtchen still gegangen
Hab
mir manch Bild von ihm gemacht
Blüten,
so schön vom Sonnenglanz
Sie
schaun mich an so treu
Wollen
mir sagen, nächstes Jahr
Blühn
wir für dich auf’s Neu.
Und
kommen jetzt die dunklen Tage
So
macht es mich nicht bang
Hab
meine Blumen vor den Augen
So
wird der Winter mir nicht lang.
RK
Im
Oktober 2008
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Herbst
Ja,
es herbstelt schon wieder. Gerade noch stand der Garten in voller
Blüte, nun sind wir schon eifrig mit der Schere zugange um die
verdorrten Stauden abzuschneiden. Bald ist der Sommer dahin und
wir frösteln wieder. Die ersten kalten Morgennebel werden zwar
noch schnell von der Sonne vertrieben und die Mittagstemperaturen
sind noch sommerlich heiß. Aber dass es Herbst wird, lässt sich
nicht mehr verdrängen, so gern wir es auch täten.
Schnell
läuft die Zeit, alles ist im Wechsel und fällt der Veränderung
zum Opfer, die Jahreszeit, der Garten, und auch wir. Nichts bleibt
so wie es ist, alle Kreaturen müssen diese Erfahrung machen. Man
gewöhnt sich so schnell an einen schönen Zustand, und auch an
Menschen, die einem fast täglich begegnen.
Der
nette Gartennachbar zum Beispiel, der immer mit flotten Schritten
seiner Parzelle zustrebt, rechts und links einen fröhlichen Gruß
über die Hecke ruft und oft stehen bleibt, um einen guten Rat zu
erteilen, etwa für den richtigen Schnitt am Weinstock. Oder auch
nur, um ein Schwätzchen zu machen, die Gartenfreundin mit einem
galanten Kompliment in Verlegenheit zu bringen, oder einfach mal
wieder über die lausige Politik zu schimpfen, irgendein Thema
findet sich immer. Wir sind daran gewöhnt und genießen gerne
diese Arbeitspause.
Irgendwann
fällt es auf. Er kommt jetzt seltener vorbei, geht schnell vorüber.
Sein Gesicht ist ernst, seine Miene bedrückt. Natürlich fragt
ihn keiner, man möchte ja nicht neugierig sein, aber irgend etwas
hat sich verändert, er ist nicht mehr derselbe.
Man
macht sich Gedanken. Vielleicht hat er Kummer, Sorgen in der
Familie, vielleicht ist er krank? Er hat jedenfalls keine Lust,
stehen zu bleiben für einen smalltalk. Wir akzeptieren es und
denken, na ja, wird schon wieder werden.
Es
dauert eine Weile, bis man sich fragt, wann man ihn denn das
letzte Mal gesehen hat, vor drei Tagen? Vor einer Woche ?
Und
dann sagt jemand, dass „eine Parcelle in unserer Anlage frei
ist“ - aufgegeben vom bisherigen Besitzer. Und da
wird es auch ein wenig Herbst in unseren Herzen.
Es
tut uns Leid um den netten Gartennachbarn, sein frohes Lachen und
seine Späße werden uns fehlen. Und uns wird klar, dass unser
Leben ein ständiges Loslassen bedeutet, ein Abschiednehmen von
Dingen, Jahreszeiten und Menschen, die wir gern hatten.
So
wie auch der Fluss manches am Ufer zurücklassen muss, das er so
gerne mitnehmen wollte auf seiner Reise ins große Meer.
RK
Im
September 2008

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„Kein
Röslein ohne . . . .
.
. . . Dornen“. So heißt ein altes Sprichwort.
Aber
mal ganz abgesehen davon, dass es falsch ist (denn eine Rose hat,
botanisch gesehen, keine Dornen sondern Stacheln, wie jeder Gärtner
weiß) so haben die meisten Rosen noch einiges mehr an
unangenehmen Dingen zu bieten. Rosenzikaden, Sternrußtau und wie
sie sonst alle heißen, die uns die Freude an unseren wunderschönen
Duftspendern vergällen wollen.
Ach
ja, und dann sind da noch die Läuse, mal gelb, mal schillernd grün,
mal grauslich schwarz, auf jeden Fall eklig und gänzlich unerwünscht.
Der Gärtner könnte gut ohne sie leben, aber sie lieben die „Königin
der Blumen“ eben genauso heiß und innig wie er.
Was bleibt
ihm übrig, wenn er nicht mit der Giftspritze hantieren will, als
sie zu tolerieren? Am Besten wird es wohl sein, er hält es mit
Wilhelm Busch und freut sich trotz der lausigen Gesellschaft über
seine frisch erblühten duftenden Röschen im Morgensonnenschein.
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Duldsam
Des Morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh' ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.
Besonders gern betracht' ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.
Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frißt
Sie auf bis auf die Häute.
Schlupfwespchen, flink und klimperklein,
Sosehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebendgem Leibe.
Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.

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Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh' sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.
So seh' ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.
Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag' ich ohne jeden Zorn:
»Kein Röslein ohne Läuschen!«
Wilhelm
Busch
(aus
"Zu guter Letzt", 1904)

|
RK
Im
August 2008
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Leute
gibt’s !
Es
gibt Leute, die sagen jedes Jahr wieder, wenn das...
...Kleingarten
– Sommerfest...
...angesagt
wird: „Also diesmal bleiben wir aber nicht so lange hocken! Wir
schaun mal hin, essen ein paar Bratwürstl und trinken ein Bier, und nach
zwei Stunden oder so verzieh’n wir uns wieder. Das Sitzen auf der harten
Bank tut uns sowieso nicht gut, und überhaupt muss man ja nicht alles
ausdehnen bis zum Gehtnichtmehr, Hauptsache wir waren da und haben die
Anstrengungen der Vorstandschaft damit gewürdigt.“
Meist
beginnt es um 17 Uhr, es ist noch hell und - wenn der
Wettergott den Gartlern hold ist - schön warm und sonnig auf dem
Festplatz neben dem Vereinsheim, und meist haben einige der Besucher
vorher fleißig ihre Gemüsebeete gewässert, so dass sie sich jetzt
endlich mit reinem Gewissen auch einen guten Schluck vergönnen dürfen.
Der Hunger lässt auch nicht auf sich warten, die Bratwürstl und das
Grillfleisch kitzeln mit verlockendem Duft die Nasen, da wird die
Warteschlange schnell immer länger beim Grill, und die freiwilligen
Helfer kommen ganz schön ins Schwitzen und das nicht nur wegen der glühenden
Kohlen unterm Rost.
Die
oben erwähnten Leute sind endlich auch eingetroffen, und haben schon
etwas Mühe, noch freie Plätze zu finden. Sie quetschen sich irgendwo
dazu, es wird schon gehen, sie bleiben ja sowieso nicht lange. Grüßen
nach rechts, winken nach links, „hallo, bist du auch da?“ und lassen
sich ihre Krüge füllen, damit sie wenigstens einmal anstoßen können
mit ihren Banknachbarn. Man kennt sich schließlich schon eine ganze
Weile, und es ist ja auch schön, mal zusammen ein Bierchen zu trinken.
Die Bratwürstel sind noch nicht fertig, also wird sich’s ja doch eine
Zeit hinziehen, bis man gesättigt ist und ans Heimgehen denken kann.
Nach
einer Stunde ungefähr wäre es soweit, aber weil der gegenüber sitzende
Gartenfreund so eindringlich und interessant erzählt und sie schließlich
ihren Senf auch dazugeben müssen, wird noch ein zweites Bier geholt, und
überhaupt scheint die Abendsonne noch so schön und kräftig auf den
Buckel, also jetzt können die Leute auf keinen Fall abbrechen und gehen.
Nach
dem zweiten Bier, da wäre es dann vielleicht möglich, aber da kommt der
2.Vorstand mit einem Tablett Schnapsgläser daher, unterm Arm Flaschen mit
Himbeergeist und Kräuterlikör . . . . . na ja, das muss man ja auch noch
mitnehmen, man will sich ja nicht undankbar zeigen. Also bleiben sie
sitzen, die bangen Gedanken an ihre Wirbelsäulen schwimmen allmählich
schon ein wenig mit dem Bier davon, sind jedenfalls nicht mehr wirklich zu
fassen zu kriegen.
Und
dann setzt sich auch noch die Frau Vorstand an den Tisch, plaudert und
lacht und steckt alle an mit ihrer Stimmung, ja wie soll man da heimwärts
streben? Ein Gartenfreund fühlt sich verpflichtet, ein Bier zu
spendieren, das muss ja schließlich getrunken werden, oder? Und dann darf
man ja auch nicht knickern und es gibt noch eins ....... und noch eins
.........
Kurz
und gut, es zieht sich wie in jedem Jahr beim Sommerfest, wo sie doch
„nur mal vorbeischauen wollten“.
Inzwischen
ist es finstere Nacht, der Grill längst kalt, die ersten Tische werden
zusammen geklappt, das Fest löst sich auf. Fast alle Gartenfreunde haben,
mehr oder weniger sicher auf ihren Beinen, den Heimweg angetreten, aber
eben nur fast alle. Die oben erwähnten Leute sitzen noch immer auf ihrer
harten Bank, ihre Kehrseite spüren sie schon lange nicht mehr, die Gespräche
werden immer tiefgründiger und philosophischer, und über ihnen funkelt
der Große Wagen am Firmament. Schön ist er, bloß heimfahren wird er sie
nicht, das müssen sie schon noch selber können. Als sie dann endlich
doch abziehen, hört man sie noch murmeln „aber nächstes Jahr bleiben
wir nicht wieder so lange, garantiert, obwohl es ja wieder ganz lustig
war, das Sommerfest“ . . . .
Leute
gibt’s!
RK
Im
Juli 2008

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Schafskälte
vorbei
=
Sommerzeit !
Nun
ist sie endlich vorbei, die Schafskälte. Alle Jahre im Juni kommen diese
kalten regenreichen Tage, die nicht nur die armen frisch geschorenen Schäfchen
auf der Weide bibbern und frösteln lassen, sondern auch uns Menschen.
Gerade hatten wir uns an herrlich sommerliche Temperaturen gewöhnt, waren
froh, endlich Jacken und Strümpfe im Schrank lassen zu können, die
Blumen dufteten und die Schmetterlinge tänzelten über bunten Blütenkelchen
und wir in unseren üppig grünen Gärten ließen es uns so richtig gut
gehen im Liegestuhl . . . . . .
und
schon war es wieder vorbei mit der Sommerseligkeit und wir froren mit den
Schäfchen um die Wette.
Nur
die Meteorologen können uns dieses Phänomen erklären, warum und weshalb
es alle Jahre wieder so ist. Aber nutzen tut es uns auch nichts, dieses
Wissen, denn wir frieren!
Die
Erdbeeren froren auch. Reifen sollten sie, süß und saftig wollen wir sie
ernten, da bekam ihnen die Schafskälte gar nicht gut.
Anders
der Radi: Er genoss das unwirtliche Wetter, wurde groß und lang und wuchs
und wuchs ohne Unterbrechung, froh darüber, dass der Boden immer schön
regendurchtränkt und butterweich war, und so lag er selber dann auch auf
unserem Teller, butterweich und zart.
Aber
nicht nur bei Obst oder Gemüse sind die Vorlieben sehr verschieden,
es soll ja auch Menschen geben, die feuchtes, kühles Wetter lieben,
vielleicht weil sie sich sehr leicht einen Sonnenbrand holen oder sonst
wie die Hitze nicht vertragen. Denen ist die kühle Witterung manchmal
sehr willkommen, sie fühlen sich richtig wohl dabei. Aber mit Sicherheit
sind sie in der Minderzahl und bei einer Umfrage „lieben Sie die Schafskälte
im Juni?“ würden sie locker überstimmt werden.
Die
Gartler sind jedenfalls froh darüber, dass der Spuk vorbei ist. Die Sonne
brennt uns wieder auf den Rücken beim Jäten, ja fast zu heiß ist es
geworden, über 30 Grad im Schatten, und der Radi ist holzig! Dafür
leuchten die Paprika gelb und rot, die Johannisbeeren sind schon fast pflückreif
und die Erdbeeren lassen uns die letzten kalten Wochen sofort vergessen,
sobald man in eine von ihnen reinbeißt. Mmmmh !
Und
wenn jetzt irgend jemand davon redet, dass auch noch der 27. Juni, der
Siebenschläfertag im Anmarsch ist, der unbedingt mit schönem Wetter
gesegnet sein sollte und an dem es auf keinen Fall auch nur ein paar Tröpfchen
regnen darf, sonst
. . . . . . .
.....
ach
was, dann hören wir einfach nicht hin und genießen die herrliche
Sommerzeit, einfach so!
RK, im
Juni 2008

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Schönes
grünes Kräutlein oder Gärtners Plage?
Um
wen kann es sich da wohl handeln? Natürlich, jeder Gartenbesitzer weiß,
was da gemeint ist: Der Giersch!
In
der Bibel steht, dass Gott alle Pflanzen geschaffen hat, und die meisten
sind ihm ja gut gelungen. Aber warum musste es auch noch der Giersch
sein?
Ein
Grünzeug, das uns Gärtner, die wir SEINE - Gottes -
schöne Erde doch mit frohem Herzen und viel Sorgfalt bearbeiten,
tagein-tagaus nur ärgert!
Es
wächst reichlich unter den Hecken, tummelt sich in den Blumenbeeten, es
breitet sich aus, wird mehr und mehr, erobert jedes freie Fleckchen und überzieht
den ganzen Garten, wenn wir nicht höllisch aufpassen.
Hätte
ER den Giersch nicht als Wüstenpflanze konzipieren können?
Dort
hätte der so viel Platz gehabt und wäre niemals von einer spitzen
Grabgabel aus seiner Ruhe bzw. aus dem Sand gerissen worden.
Er
hätte wachsen und blühen können nach Herzenslust, kein einziger
Schrebergärtner hätte sich wutentbrannt an ihm vergriffen, alle wären
glücklich gewesen.
Aber
nein, in unsere Gärten wurde er verpflanzt, auf höchsten Befehl
hin.
Wusste ER, was er damit auslöste? Einen ewig währenden Kampf nämlich
- < Gärtner gegen Giersch > - < Spaten gegen Wurzeln
> - verbissen, leidenschaftlich, unermüdlich . . . .
. und trotzdem erfolglos. Denn leider hat jedes dieser Pflänzchen nicht
nur, wie es anständige Gewächse haben, eine Wurzel, sondern mindestens
hundert, und diese auch noch bis über einen halben Meter tief in die Erde
hinein. Wer soll die alle ausgraben?
Schön
zum anschauen ist er ja, der Giersch, und eine schöne weiße Blüte
bringt er auch hervor.
Und
essen kann man sein Grün auch, als Salat oder gekocht als Spinatersatz,
und es soll sehr vitaminreich sein.
Aber
welcher Gartler kann soviel Giersch essen damit er ihn ausrottet? Das
schafft selbst eine Familie italienischen Zuschnitts nicht, geschweige
denn ein älteres Schrebergärtner-Paar, wo die Kinder schon längst aus
dem Haus sind.
Und
die Gefriertruhe voller Giersch? Damit wir auch im Winter noch schmerzlich
zusammenzucken, wenn es heißt „heute gibt’s Gierschsuppe.“
Nein danke, das nicht!
Bleibt
nur das mühselige Ausgraben der Millionen Wurzeln, wenn man nicht
irgendein Herbizid verwenden will, was wir Schrebergärtner ja eigentlich
prinzipiell ablehnen.
Oder
man arrangiert sich mit ihm, dem Eindringling in unsere Gärten, und lässt
ihn einfach wachsen, weil ER es so wollte.
Sozusagen
„in Gottes Namen“.
RK
Im
April 08
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Kommt er nun doch ?
Kommt
er endlich, der Frühling, der heftigst Ersehnte?
Lange genug hat er
sich geziert und uns auf die Folter gespannt, und unsere grünen Daumen
jucken doch schon so sehr!
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Mal
ehrlich, welcher Gartenfreund kann im März noch Ruhe bewahren, gemächlich
unernste Kurz besuche in
seiner Parzelle machen, ein bisschen planen,
was wann wohin gepflanzt werden sollte, und
dann zufrieden mit
seinen Zukunftsvisionen wieder nach Hause schlendern.
Das
geht nicht! Kurzbesuche im Garten befriedigen nicht, sie verursachen
schlechte Laune und Frust, weil man
ja die Gartengeräte schließlich
nicht alle nochmal putzen und einölen kann, das haben wir doch schon im
Herbst erledigt.
Das Häuschen ist auch sauber, alle Pflanzgefäße
stehen blitzsauber in Hab-Acht-Stellung bereit für den Saisonbeginn und
Schneckenkorn haben wir auch schon gekauft, als Munition für den
unendlichen Krieg gegen das glitschige Gesindel.
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Im
Kalender stand längst schon „Frühlingsanfang“, ja Ostern ist
bereits vorbei, und da wollen wir doch bitteschön! endlich loslegen
mit dem garteln.
Klar,
dass wir schon Tomaten, Kürbisse und
Salat im Kleingewächshaus auf der Fensterbank ausgesät haben, und die
ersten Pflänzchen recken sich auch schon aus ihren Torfkissen
heraus.
Aber
was, wenn es nochmal vier Wochen dauert, bis es endlich warm wird? Wenn
uns der April auch noch mit ungemütlich nasskalten Tagen „beehrt“?
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So
beginnt es ....
|
Dann
müssen wir die selbstgezogenen Salat- pflanzen in die Schüssel schmeißen
und als Frühjahrs-Vitaminstoß mit Essig und Öl verputzen, so vergeilt
sind sie inzwischen geworden.
Köpfe werden da nicht mehr
draus, das ist sicher. |
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Ach
ja, Geduld ist angeblich eine Tugend, aber
in
diesem Falle sind wir doch lieber nicht so
tugendhaft,
nein, wir Gärtner sind ganz einfach
heiß
darauf, anzufangen mit unserer geliebten Freizeitbeschäftigung.
Aber
es geht uns ja nicht nur um die Arbeit, wir sehnen die
warmen Tage ja auch herbei, damit wieder Leben in unsere
Anlage kommt und ein lustiger Ratsch zwischen den
Gartennachbarn stattfinden kann. Man
hat sich ja schließlich den ganzen Winter über kaum gesehen.
Ja, mal
an einem Abend, bei der Jahreshaupt- versammlung. Aber da gab es ernste
Themen, Vorträge, Kassenbericht und Neuwahl des Vorstands (bei uns hat
sich zum Glück und zur Befriedigung aller nichts geändert!) und was
sonst noch an Wichtigem zu besprechen war.
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Aber
uns fehlt allmählich der Smalltalk über die Hecke, während uns die
Sonne warm im Nacken kitzelt und unser Rücken zum ersten Mal wieder
meldet: „Heute warst du schon sehr fleißig!
Jetzt ist es Zeit für
die Brotzeitpause!“
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......und
so schön wird's enden!
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Nun,
das Wetter der letzten Tage lässt ja schon hoffen, dass in
nicht allzu ferner Zukunft er sich doch bei uns einfindet, der
Frühling. Denn schließlich wird jede Zukunft einmal Gegenwart,
und dann hält uns nichts mehr zu Hause, dann geht’s los!
RK
Ende
März 2008
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Und
überhaupt . . . . .
.
. . . . warum wird eigentlich über uns Kleingärtner manchmal mehr oder
weniger offen gelächelt?
Man
nennt uns „Laubenpieper“ oder „Regenwurmbändiger“, ja auch „Wurzelgraber“
und „Rillenzieher“.
Nicht
direkt boshaft aber doch ein wenig abschätzig gemeint ist das.
Aber
warum? Nur weil wir mit Liebe und Hingabe einem Hobby frönen, das
uns glücklich
macht und niemandem schadet, das zum einen sicht- und
greifbaren Nutzen bringt und zum
anderen äußerst umweltfreundlich ist?
Was
gibt es dagegen für unnütze, kostspielige und zudem die Luft und das
Wasser verpestende
oder
die Fluren zerstörende Freizeitbeschäftigungen! Aber die sind
„in“, sind „cool“ und sollen ja so
super
für die körperliche und geistige Fitness sorgen.
Sieht
man mal ab von den Knochenbrüchen und Muskelzerrungen (die wenigstens
den Sportärzten
und
Physiotherapeuten während der Saison ein gesteigertes Einkommen
sichern), so sind diese
Hobbies
auch noch weitaus kostenträchtiger als so ein Schrebergarten.
Aber
die werden nie belächelt, da werden keine Witze darüber gemacht.
Die
findet man toll und hipp!
Und
was heißt hier
überhaupt
„K l e i n gärtner“?

Schaut
man sich die heutigen,
ehemaligen
Gartengrundstücke an,
da stehen
klotzige Mehrfamilienhäuser drin,
Der
Rest ist zugebaut mit Garagen,
und dann hat
es gerade noch mal Platz
für zwei Rhododendron und
2 qm englischen
Rasen.
Bei
den Reihenhäusern – vorne ein Handtuch
und
hinten ein Tischtuch – und da stehen
noch die
Abfalltonnen,
das ist der ganze „Garten“.
Ein
Schrebergarten umfasst immerhin um
die 300 qm, ein schönes Stück Land.
Da
ist Platz für Arbeit und Platz für die Ruhe,
da
wird nichts zerstört, nicht gelärmt (außer mal beim Rasen mähen) und
die Luft bleibt rein
und gesund, umweltfreundlicher geht’s nicht.
Und
vor allem - es gibt keine Hektik! Schrebergärtner sind
ruhig und friedlich, arbeiten still
vor sich hin, die meisten wohnen
nicht weit entfernt von der Anlage, ja oft brauchen sie nicht
mal ihr
Auto, um dort hin zu
kommen.
Sie schonen die Umwelt in jeder Hinsicht, denn auch ihre Beete
bekommen nur natürlichen
Dünger,
Gifte und Herbizide sind verpönt in ihrem kleinen Paradies.
Wenn
man dies alles so betrachtet, kann man ja wirklich nicht verstehen,
warum über den
Schrebergärtner gewitzelt werden muss. Vielleicht, ja,
wenn einer so ein richtiger „Strebergärtner“
sein sollte, der immer
die größten und geradesten Radis und den makellosesten Salat ernten
will,
er sich deshalb verkrampft und vor
lauter
Ehrgeiz jene liebenswürdige Gelassenheit verliert,
die zum Glück die
meisten von uns zeigen.
Aber
die gibt es Gottseidank sehr selten und außerdem findet man solche
Typen bei jeder
Art Freizeitgestaltung.
Fazit:
Kleingärtner sind besser als ihr Ruf und wir sind stolz darauf, zu
ihnen gehören zu dürfen.
Und
in diesem Sinne eröffnen wir gemeinsam und mit frohem Herzen die
Gartensaison
2008
RK
Februar
2008
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